Die Anzeige liegt in beiden Häusern.
Eine Behinderungsanzeige, die als Mail rausgeht, ist eine Behauptung im Postfach des anderen — und ein halbes Jahr später streitet man darüber, ob sie ankam. In Bidi ist sie ein Vorgang mit einer Nummer, den beide Seiten lesen.
Störungen sind Modul 7 von 13 — und das Modul, bei dem am meisten davon abhängt, dass etwas nachweisbar rausging. Neun Vorgangsarten, je Art ein eigener Feldsatz, und der Eintrag landet im Bautagebuch desselben Tages.
Vier Stationen, und keine davon heißt „Mail schreiben"
Der Weg fängt auf der Baustelle an, nicht am Schreibtisch — und er endet nicht im Postausgang.
Aufsprechen, ohne die App zu suchen
Ein Mikrofonknopf liegt in jeder Ansicht der App. „Estrich im zweiten OG ist nicht trocken, Fliesenleger kann Montag nicht anfangen" — daraus wird ein Entwurf, nicht ein fertiger Vorgang. Was daraus wird, entscheidest du.
Neun Vorgangsarten, nicht zwei
Bedenken, Behinderung und Mangel sind die bekannten drei. Dazu kommen Gewährleistung, Vorbehalt zur Abnahme, Feststellung, Restleistung, Sicherheitshinweis und Rückfrage. Alle neun stehen als feste Auswahl in der Tabelle — es ist kein Freitextfeld mit einem Etikett davor.
Der Feldsatz richtet sich nach der Art
Eine Bedenkenanzeige fragt nach Sachverhalt, Begründung, möglichen Folgen und den DIN-Normen. Eine Behinderungsanzeige fragt nach Ursache, betroffenen Arbeiten und danach, ob du Bauzeitverlängerung oder Mehrkosten geltend machst. Ein Assistent füllt vor — aus deinem Text, mit der Anweisung, nichts zu erfinden.
Raus — und im Bautagebuch vermerkt
Empfänger und Kopie kommen aus den Kontakten, Fotos tragen ihre Markierung, und beim Einreichen hängt der Vorgang im Bautagebuch desselben Tages. Das Anschreiben gibt es als PDF mit deinem Briefkopf. Verschickt wird es von dir — dazu gleich mehr.
Der Feldsatz je Anzeige
Woran man merkt, ob eine Software die Baustelle kennt: ob sie für eine Bedenkenanzeige andere Felder zeigt als für eine Behinderung.
Bedenkenanzeige
- Gegenstand
- Ausführungsart · Baustoffe · Vorleistung
- Sachverhalt
- was ist, sachlich und im Präsens
- Begründung
- warum das bedenklich ist
- Mögliche Folgen
- was passiert, wenn es ignoriert wird
- DIN-Normen
- die einschlägigen Regeln, wenn es welche gibt
Behinderungsanzeige
- Ursache
- fehlende Pläne · Vorleistung · Genehmigung · Wetter · Sonstiges
- Beschreibung
- was genau blockiert
- Betroffen
- welche eigenen Arbeiten stillstehen
- Bauzeit
- Verlängerung geltend gemacht: ja oder nein
- Mehrkosten
- geltend gemacht: ja oder nein
Mängelrüge
- Gewünschte Folge
- Ersatzvornahme oder Schadensersatz
- Kategorie
- optisch · funktional · sicherheitsrelevant
- Verursacher
- als Kontakt, nicht als Name im Fließtext
Das sind die Felder aus dem Vorausfüller, nicht erfundene Beispiele. Die beiden Ja/Nein-Felder der Behinderungsanzeige sind die wichtigsten der ganzen Seite: Wer Bauzeit und Mehrkosten nicht ankreuzt, hat sie später auch nicht angemeldet.
Was der Assistent tut — und was nicht
Er bekommt deinen Titel und deine Beschreibung und füllt daraus die formalen Felder vor. In seiner Anweisung steht wörtlich, er solle sachlich und neutral bleiben, keine Schuld zuweisen und keine Fakten erfinden, die nicht im Text stehen. Er schlägt vor; abgeschickt wird nichts von allein. Und er kennt deinen Vertrag nicht — welche Frist für dich gilt, steht dort und nicht hier.
Ein Vorgang, zwei Häuser
Eine Störung gehört nicht dem Absender allein. Sie trägt einen Ersteller und einen Empfänger — und beide dürfen sie lesen, weil das in der Datenbank so hinterlegt ist und nicht in einer Verteilerliste.
- Legt an, wählt die Art, füllt den Feldsatz
- Hängt Fotos mit Markierung an — vorher und nachher
- Reicht ein; der Vorgang bekommt seine Nummer
- Zieht sich das Anschreiben als PDF mit eigenem Briefkopf
- Sieht denselben Vorgang, nicht eine Kopie
- Nimmt zur Kenntnis, arbeitet ab, meldet erledigt
- Der Absender nimmt an — oder öffnet wieder
- Jeder Schritt steht am Vorgang, nicht in einem Postfach
Warum das mehr ist als eine Mail: Bei einer Mail streitet man ein halbes Jahr später darüber, ob sie ankam und wer sie gelesen hat. Hier gibt es einen Vorgang mit einer Nummer, einem Stand und einem Verlauf — und den Vermerk im Bautagebuch des Tages, an dem er entstand. Das ersetzt keine förmliche Zustellung, wenn dein Vertrag eine verlangt. Es macht nur unmöglich, dass die Sache spurlos verschwindet.
Eine Korrektur an unserer eigenen alten Seite
Die bisherige Modulübersicht versprach „VOB/B-konforme Behinderungs- und Bedenkenanzeigen mit E-Mail- und PDF-Versand". Drei Dinge daran stimmen so nicht. Erstens sind es nicht zwei Arten, sondern neun. Zweitens steht „VOB/B-konform" im Produkt an genau einer Stelle: in der Anweisung an den KI-Assistenten, der die Felder vorausfüllt. Es gibt keine Paragrafenliste, keine Fristenrechnung und keine Prüfung, die das durchsetzt — eine Software kann diese Zusage gar nicht geben. Drittens gibt es das PDF, aber keinen E-Mail-Versand aus dem Modul heraus: Du lädst das Anschreiben herunter und verschickst es selbst. Wir haben die Zeile ersetzt, statt sie zu behalten.
Wo die Anzeige aufhört
Bei Störungen ist die Versuchung am größten, mehr zu versprechen, als eine Software halten kann.
// ⚠️ `tenant_id` im WHERE ist nicht optional. `project_id` ist // cross-tenant geteilt (der NU meldet zum GU-Projekt), ohne den Filter // traf die Suche also regelmaessig den Eintrag des ANDEREN Mandanten — // […] // Das Bautagebuch ist der VOB-Nachweis; Fremdschreiben darin ist kein // Schoenheitsfehler.
Keine Fristenrechnung. Die Frist ist ein Datum, das du setzt. Die Software rechnet dir keine VOB-Frist aus, mahnt sie nicht an und weiß nicht, wann eine Anzeige „unverzüglich" war.
Keine förmliche Zustellung. Der Vorgang ist für beide Seiten sichtbar und im Tagebuch vermerkt. Wenn dein Vertrag Einschreiben oder eine bestimmte Form verlangt, ersetzt das die Form nicht.
Und keine Rechtsberatung. Ob dein Fall eine Bedenkenanzeige oder eine Behinderungsanzeige ist, ob Bauzeit und Mehrkosten zustehen — das ist eine juristische Wertung. Die Felder helfen dir, nichts zu vergessen. Die Entscheidung bleibt deine, im Zweifel die deines Anwalts.
An einer Behinderung, die euch nichts gebracht hat
Bring eine mit, die ins Leere lief. Wir legen sie im Gespräch neu an — dann siehst du, welches Feld gefehlt hat.
- Du schreibst zwei Zeilen, Frank meldet sich bei dir.
- Ihr nehmt einen echten Vorgang, keine Demo-Baustelle.
- Danach weißt du, was das Modul kann und was nicht. Beides steht auf dieser Seite.