Die Dauer wird gerechnet, nicht geschätzt.
Einen Balken zieht man in zehn Sekunden. Die Frage ist, woher seine Länge kommt — aus einem Gefühl oder aus Menge, Leistungswert und Kolonnenstärke, gerechnet in den Arbeitstagen deines Bundeslands.
Der Bauzeitenplaner ist Modul 4 von 13 — und das Modul, das am wenigsten nach Bauprogramm aussieht und am meisten davon ist. Ein Vorgang hängt an LV-Positionen, seine Dauer kommt aus einer Rechnung, und der Kalender weiß, welche Tage in deinem Bundesland ausfallen.
Vier Stationen bis zum belastbaren Termin
Die ersten drei beantworten, wie lang ein Vorgang dauert und wann er frühestens anfangen kann. Die vierte sagt, welche Verzögerung den Termin kostet.
Der Vorgang hängt am LV, nicht in der Luft
Ein Vorgang wird mit LV-Positionen verknüpft — mit der Menge, die auf ihn entfällt. Damit weiß der Plan, wie viel Arbeit in einem Balken steckt, und nicht nur, wie breit er gezogen wurde. Zwei Ebenen sind vorgesehen: Phase und Vorgang darunter.
Die Dauer fällt aus der Rechnung
Menge geteilt durch Tagesleistung — und die Tagesleistung ist Leistungswert × Kolonnenstärke × Effizienz. Ein angefangener Tag zählt ganz, und unter einen Tag geht kein Vorgang. Wer statt zu rechnen ein Zeitfenster vorgibt, bekommt dessen Arbeitstage als Dauer.
Erst vergeben, dann anfangen
Am Vorgang stehen Vorlaufzeit, Genehmigung und Mobilisierung als eigene Felder, dazu Nachunternehmer, Vergabepaket und der Stand der Vergabe. Ein Gewerk fängt nicht an, wenn der Vorgänger fertig ist, sondern wenn es beauftragt, bestätigt und auf der Baustelle ist.
Reihenfolge — und was sie kostet
Vier Arten von Abhängigkeit (Ende–Anfang, Anfang–Anfang, Ende–Ende, Anfang–Ende) mit Vorlauf in Stunden. Daraus rechnet die Software den kritischen Pfad: die Kette, an der jede verlorene Stunde den Endtermin verschiebt. Baust du versehentlich einen Ringschluss, liefert sie lieber nichts als etwas Falsches.
Die Dauerrechnung
Jeder Balken lässt sich aufklappen. Darunter steht, woher seine Länge kommt — und was den Anfang nach hinten schiebt.
So entsteht die Dauer
- Leistungswert
- 12,00 m² je Mann und Tag
- Kolonne
- 3 Mann
- Effizienz
- 85 %
- Tagesleistung
- 30,60 m² — das ist 12,00 × 3 × 0,85
- Dauer
- 13 Arbeitstage — 386,40 ÷ 30,60 = 12,6, aufgerundet
Was den Anfang schiebt
- Vorlaufzeit
- 10 Tage bis zur Vergabe
- Genehmigung
- 5 Tage
- Mobilisierung
- 2 Tage bis die Kolonne steht
- Vergabestand
- am Vorgang, mit Nachunternehmer und Paket
Die Beispielwerte sind erfunden — die Felder und die Rechnung sind es nicht. Die Eingaben bleiben am Vorgang gespeichert, damit der Plan jederzeit neu rechenbar ist: ändert sich die Menge, ändert sich die Dauer.
Der Kalender rechnet in Arbeitstagen, nicht in Kalendertagen
Je Projekt steht ein Kalender: Baustart, Fünf- oder Sechs-Tage-Woche (dazwischen gibt es nichts), Stunden je Tag, eine Liste eigener Ausfalltage — und das Bundesland. Die gesetzlichen Feiertage rechnet die Software daraus selbst aus; sie fragt keinen Dienst und lädt keine Liste. Dreizehn Arbeitstage sind damit dreizehn Tage, an denen wirklich gearbeitet wird.
Der Plan und die Plantafel
Sie sehen verwandt aus und sind zwei Module, die man getrennt zuschalten und getrennt berechtigen kann. Wer sie verwechselt, sucht die Kapazität an der falschen Stelle.
- Was er beantwortet: Wann ist was fertig?Modul projectSchedule
- Vorgänge in zwei Ebenen, an LV-Positionen mit Menge
- Dauer aus der Rechnung, Vergabe-Vorlauf am Vorgang
- Abhängigkeiten und kritischer Pfad
- Was sie beantwortet: Wer ist wann wo?Modul resourcePlanning
- Einsätze auch ohne Vorgang — mit Gewerk als Freitext
- Abwesenheiten, Kapazität je Mitarbeiter
- NU-Einsatzbestätigungen als eigenes Recht
Und trotzdem eine Tabelle: Ein Einsatz ist immer derselbe Datensatz, ob er an einem Vorgang hängt oder nicht. Die Plantafel macht den Vorgang optional und ergänzt Projekt, Gewerk und Plan-Stunden — die können von der Slot-Dauer abweichen, etwa wenn drei Mann je vier Stunden kommen. Deshalb sieht der Bauleiter denselben Einsatz im Balkenplan, den der Disponent in der Plantafel geschoben hat.
Eine Korrektur an unserer eigenen alten Seite
Die bisherige Modulübersicht beschrieb den Bauzeitenplaner als „Visuelle Plantafel mit Ressourcenkapazität und NU-Bestätigung". Alle drei Dinge gibt es — sie gehören aber zum anderen Modul, der Ressourcenplanung. Vom Bauzeitenplaner selbst stand kein einziges Merkmal darin: nicht die Kopplung ans LV, nicht die gerechnete Dauer, nicht der Vergabe-Vorlauf und nicht der kritische Pfad. Wir haben die Zeile ersetzt, statt sie zu behalten.
Wo der Plan aufhört
Ein Terminplan ist eine Behauptung über die Zukunft. Er ist nur so gut wie die Zahlen, die man ihm gibt.
const capacity = Math.max( 0.0001, activity.output * Math.max(1, activity.crew) * Math.max(0.01, activity.efficiency / 100), ); const fullCalculated = Math.max(1, Math.ceil(activity.quantity / capacity));
Der kritische Pfad rechnet über die untersten Vorgänge. Phasen bekommen ihre Daten aus dem, was unter ihnen liegt; sie gehen deshalb nicht als eigene Glieder in die Kette ein. Das ist eine bewusste Entscheidung — sonst würde dieselbe Verzögerung zweimal zählen.
Der Projektkalender braucht Verbindung. Er läuft über die Schnittstelle und nicht über den Offline-Weg. Wer im Funkloch den Baustart oder die Wochentage ändern will, kann das nicht.
Und der Plan baut nicht. Er verschiebt keinen Vorgang von selbst, wenn es regnet, und er meldet keine Behinderung an. Dafür gibt es die Nachträge und die Störungsanzeige — eigene Module, mit eigenen Fristen und eigener Beweislast.
An einem Termin, den ihr gerissen habt
Bring ein Gewerk mit, das euch den Plan gekostet hat. Wir rechnen es im Gespräch nach — dann siehst du, ob die Dauer falsch war oder der Vorlauf gefehlt hat.
- Du schreibst zwei Zeilen, Frank meldet sich bei dir.
- Ihr nehmt ein echtes Gewerk mit euren eigenen Leistungswerten.
- Danach weißt du, was das Modul kann und was nicht. Beides steht auf dieser Seite.